- 754 Jahre Hatzbach

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Hatzbote - Ortsdiener Uwe Jüngst 010

Ortsdiener 010

Hatzbach: Steinpark

Dass einige Bewohner der Eichwaldstraße – die von einigen ja oft auch nur Reichwaldstraße genannt wird – offensichtlich steinreich sind, hat man im letzen Herbst im wahrsten Sinne des Wortes an der Mündung des Pauluspädchens in die Eichwaldstraße beobachten können, denn da türmten sich Berge und Halden von Basaltsteinen auf.

Viele Hatzbacher sind der Meinung, dass der Besitzer der Steine offensichtlich jeden Abend im Kofferraum seiner Luxuskombis nacheinander die Wacker von seiner Arbeitsstelle aus dem Vulkangebiet des Vogelsberges mit nach Hause bringt.

Die Verarbeitung der Basaltwacker im Anwesen unseres Faschingsoberhauptes führte dann zu Erdbewegungen, wie sie Oberhessen seit dem Bau der A5 im Jahre 1936 nicht mehr gesehen hat.

Die eingesetzten Maschinen und das schwere Gerät seines Bruders aus dem Stadtteil Backhausmerchel führten schließlich im ansonsten wohlgepflegten Zierrasen zu Kratern, die Zeitzeugen stark an die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 erinnerten.
Umgehend meldeten sich auch Interessengruppen, die den plötzlich entstandenen „Freizeitpark Eichwaldstraße“ für ihre Aktivitäten nutzen wollten.
Die DLRG-Ortsgruppe Stadtallendorf z.B. wollte die Krater mit Wasser fluten und darin Lehrgänge im Tiefseetauchen anbieten.

Der Deutsche Alpenverein Sektion Marburg hingegen plante auf dem Basaltmassiv schon geführte Hochgebirgs-Seilschaftwanderungen sowie Kurse im Abseilen.

Am Himmelfahrtstag 2009 wird das inzwischen fertiggestellte Gelände aber nun in einer kleinen Feierstunde in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund „BUND“ seiner endgültigen Bestimmung übergeben: Im Garten unseres Ortsbeiratsmitgliedes ist ein ökologisch wertvolles Kleinbiotop entstanden, das vor allem Waschbären den nötigen Unterschlupf bieten soll!

Vorstellung des Leerstandsmanagement am 09-09-2015

hier die Präsentatiom als pdf-Datei: Vorstellung des Leerstandsmanagement

       

Gedichte - Erika Lerch 007

Die verlassene Milchbank

Milchbankromantik, die gibt es nicht mehr,
denn die Milchbänke sind leer.
Es gibt nicht mehr den gemütlichen Plausch,
Mund-zu-Mund-Propaganda von Haus zu Haus.
Früher hieß es: ach Mariechen, was kochst du denn heut?

Gretchen hat sich über eine Karte aus Mallorca gefreut,
Inge bringt die neuesten Rezepte mit,
Spiegeleiertorte ist der größte Hit.
Übers erste Zähnchen vom Enkelkind hat sich Lisbeth gefreut,
und die Johanna hat einen Freund.
Ober alles wurde ein bißchen getratscht,
es gab noch keinen Ortsdiener Karl.

An jeder Straßenecke früher eine Milchbank stand,
und eine hatte sogar ein Dach.
Da haben wir als Kinder gespielt,
Kinderspielplatz gab es noch nicht.
Abends war es eine Seniorenbank,
wo man auch manchmal einen Schoppen trank.
Weltpolitik wurde diskutiert,
so manche Ehe vorprogrammiert.

Was wollen wir auf dem Sängerfest singen?
Wird das Abendrot uns Regen bringen?
Jede Milchbank hatte ihre Geschichte,
noch mancher kann davon berichten.

Die Milchbankzeiten sind vorbei,
an den meisten fährt das Milchauto vorbei,
man ruft nicht mehr freundlich „Guten Morgen"
und teilt nicht mehr mit den anderen die Sorgen.

Doch ich bin ein bißchen altmodisch und dumm
und treibe noch gerne meine Kühe herum,
fahr' unsre Milch zur kleinen Sammelstelle,
halt' ein Schwätzchen mit Annemarie ganz auf die Schnelle.

Stiller wird es Im Dorf mit der Zeit,
und bald ist alles Vergangenheit.
Es gab immer gute und schlechte Zeiten,
doch die Rindviecher werden bleiben.

Erika Lerch