- 754 Jahre Hatzbach

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Festschrift zur 750-Jahrfeier

Festschrift zur 750-Jahrfeier in Hatzbach ab 29. Juli erhältlich

Erstmals seit der 700-Jahrfeier 1962 wurde in Hatzbach wieder Geschichte geschrieben: Rechtzeitig vor der Festwoche zur 750-Jahrfeier des Dorfes Hatzbach vom 8. bis 13. August kann ab dem 29. Juli die neue Festschrift erworben werden. Sie basiert im Kern auf der vor 50 Jahren erschienenen Festschrift von Peter Seibert, wurde aber im geschichtlichen Teil erheblich erweitert und räumt auch der Gegenwart breiten Raum ein. Das Buch enthält das Festprogramm und berichtet auf insgesamt 256 Hochglanzseiten viel Wissenswertes aus der Vergangenheit und Gegenwart des Dorfes Hatzbach.

So erfährt der Leser, wie es zur ersten urkundlichen Erwähnung Hatzbachs am 14. Mai 1262 kam, als Hartmann von Bauerbach und seine Frau Gertrud dem Kloster Haina die Hälfte ihrer Mühle in Hatzbach schenkten. Die Entwicklung des Dorfes wird in verschiedenen Teilbereichen in separaten Kapiteln dargestellt. So enthält das Buch u.a. Beiträge zur baulichen Entwicklung, zur Entwicklung der Lebensmittelversorgung, der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung und der Landwirtschaft. Bilder von früher und heute illustrieren die Entwicklungen bis zum heutigen Tag. Es wird von alten und fast in Vergessenheit geratenen Bräuchen und Einrichtungen wie Backhaus, Spinnstube, Hausschlachtung, Heidelbeerpflücken und vielem mehr berichtet. Ins tiefe Mittelalter führt die Sage vom Jungfernborn zurück. Aber nicht nur die Sage wird in der Festschrift erzählt, sondern das gleichnamige Theaterstück, das dieses Jahr am 15. Juni in Hatzbach seine Welturaufführung hatte, wird mit seinen einzelnen Akten vorgestellt. Viele Bilder von der Theateraufführung mit den prächtigen historischen Kostümen illustrieren den Beitrag.

Ein Beitrag befasst sich mit einer Hatzbacher Besonderheit, dem Hatzbacher Friedhof, der mit seinen Familiengrabstätten nach ostpreußischem Vorbild bundesweit einzigartig ist. Eine weitere Hatzbacher Besonderheit war und ist der jüdische Friedhof, der einmal ein großer Sammelfriedhof für die nähere Umgebung war. Warum dies so war und warum in Hatzbach im 19. Jahrhundert einer der größten jüdischen Gemeinden des heutigen Ostkreises war, kann man ebenfalls in der Festschrift nachlesen.

Es wird aber nicht nur aus der Hatzbacher Dorfgeschichte erzählt, sondern auch von Begebenheiten von überregionaler Bedeutung berichtet. So kann man u.a. nachlesen, warum vor 300 Jahren ein Schiffkanal von der Weser zum Rhein von Mengsberg her über die Rhein-Weser-Wasserscheide zum Hatzbach gebaut werden sollte, wie die “fünf Tugenden“ genannten Statuen des Bildhauers Johann Friedrich Sommer von 1718 nach Hatzbach kamen oder wie das Gefecht bei Emsdorf vom 16. Juli 1760 verlief. Auch über bemerkenswerte Lebensläufe einzelner Hatzbacher wird berichtet, so über den Auswanderer Heinrich Hartmann Hamel, der 1853 beim kalifornischen Goldrausch den Grundstock für sein späteres millionenschweres Vermögen erwarb oder über den Auswanderer Heinrich Jakob Weckesser, der 1854 fast zwei Tage bei schwerem Sturm in der Takellage seines auf Grund gelaufenen Segelschiffes verbrachte, bis er als einer der wenigen Überlebenden gerettet wurde.

Nicht nur die Vergangenheit wird thematisiert. Auch die aktuelle Situation in Hatzbach, das reichhaltige Vereinsleben, das laufende Dorferneuerungsprogramm und vieles mehr werden vorgestellt. Der Beitrag über das umfangreiche Programm beim stehenden Festzug am 12. August steigert die Vorfreude auf den Höhepunkt der Festwoche. Leckere alte Rezepte von „früher“ von Hatzbacher Spezialitäten, die beim stehenden Festzug am 12. August angeboten werden, machen schon jetzt Appetit.

Das Buch ist daher nicht nur für Hatzbacher lesenswert, sondern auch für alle brauchtums- und heimatgeschichtlich Interessierten und vor allem für diejenigen, die Hatzbach in der Festwoche vom 8. bis 13. August besuchen wollen. Nach der Lektüre der Festschrift wird man mit offeneren Augen durch Hatzbach gehen. Es empfiehlt sich daher, die Festschrift schon vor der Festwoche zu kaufen, um dann gezielt auf Entdeckungstour gehen zu können.

Da die Festschrift von über 80 Werbepartnern unterstützt wurde, wird diese kostengünstig für nur 9,00 Euro zum Verkauf angeboten. Der Vorverkauf beginnt am Sonntag, den 29. Juli 2012, im Festzelt in Hatzbach. Hier kann die Festschrift beim Frühschoppen und Spanferkelessen bei der Hatzbacher Kirmes ab 12.00 Uhr erworben werden.

Das lesenswerte Buch kann dann -solange der Vorrat reicht- bei allen Veranstaltungen in der Festwoche der 750-Jahrfeier vom 8. bis 13. August gekauft werden. Wegen der großen Nachfrage empfiehlt es sich aber die Festschrift bereits im Vorverkauf zu erwerben.

AK Festschrift

Lebendiger Adventskalender 12

2014-12-12: Waltraud + Horst Erdel

Lebendiger Adventskalender in Hatzbach - Öffnung des Kalendertürchens Nummer 12 am 12.12.2014

Das Adventsfenster war unter dem Motto „Licht und Hoffnung“ mit Gegenständen erzgebirgischer Holzkunst dekoriert.

Mit Hinweis auf die Räuchermännchen, die beiden Nussknacker, den Schwibbogen, den Lichterengel, die Pyramide und den Lichterbergmann erläuterte Horst Erdel, dass keine Region in Deutschland enger mit dem Weihnachtsfest verbunden ist und nirgends Weihnachten inniger gefeiert wird, als im Erzgebirge. Dort dauert die traditionelle Erzgebirgsweihnacht sechs Wochen, beginnt mit der Andreasnacht am 30. November und endet mit Hohneujahr am 6. Januar. Zu Beginn dieser Zeit werden überall Kisten und Schachteln von den Dachböden geholt und mit den darin verpackten dekorativen Holzprodukten die Wohnungen und die Fenster geschmückt: Es ist Weihnachtszeit im Erzgebirge.

Der Ursprung der ganz besonderen erzgebirgischen Weihnachtstraditionen liegt in den einstigen Lebensbedingungen der Bergleute. Seit dem Mittelalter gruben sie hier nach Silber, Zinn, Blei, Kobalt und anderen Erzen und begründeten mit ihrer Arbeit den Reichtum Sachsens. Die Dunkelheit des Schachtes, in der sich die Bergleute täglich Entbehrungen und Gefahren aussetzten, ließ das Licht zum wichtigsten Gut ihres Lebens werden. Es bedeutete für den Bergmann Wärme, Leben, Hoffnung und Sicherheit. Besonders groß war die Sehnsucht nach dem Licht in den kurzen, kalten Tagen des Winters, in der Zeit, in der auch das Weihnachtsfest liegt. Die schwere Arbeit im Bergwerk begann vor Anbruch des Tages und die Bergmänner kamen erst wieder nach Hause, wenn es bereits dunkel war.

Der Erzbergbau kam im 17. Jahrhundert weitgehend zum Erliegen und so mussten sich die Erzgebirgler neue Erwerbsmöglichkeiten suchen. Da Holz als Rohstoff in der Natur ausreichend vorhanden war, wurde aus der früheren Feierabendbeschäftigung der Bergleute die neue Erwerbsgrundlage. Die Bergbaufamilien im Erzgebirge haben in ihrer Not mit der Herstellung von Gebrauchsgegenständen, Spielzeug und Weihnachtsdekoration begonnen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aus dieser misslichen Lage entwickelte sich ein neuer, eigener Industriezweig im Erzgebirge.

Der Lichterbergmann und der lichtertragende Engel zählen zu den bekanntesten Symbolfiguren des Erzgebirges, die seither unter den geschickten Händen der Spielzeugmacher in phantasievollen Varianten entstanden sind.

Weit verbreitet war und ist im Erzgebirge der Brauch, dass jeder Junge bei der Geburt einen Bergmann und jedes Mädchen bei der Geburt einen Engel als Geschenk bekam und diese später bei der Heirat mit in die Ehe einbrachten. In der Weihnachtszeit wurde das Figurenpaar mit angezündeten Kerzen ins Fenster gestellt, um die Stube drinnen und die Winternacht draußen gleichermaßen zu erhellen. Kamen Kinder hinzu, so wurde für jedes, je nachdem, ob es ein Junge oder ein Mädchen war, eine Bergmanns- oder Engelsfigur aufs Fensterbrett zu den übrigen Figuren gestellt.

Der Schwibbogen war anfangs kein Symbol der Weihnachtszeit, sondern stellte vielmehr die Problematik der damaligen Zeit dar. Die Menschen stellten die leuchtenden Schwibbögen in die Fenster, damit die Bergleute auch im Dunkeln den Weg nach Hause fanden. Auch noch heute wird an dieser Tradition festgehalten und in der Weihnachtszeit darf ein erzgebirgischer Schwibbogen im Fenster nicht fehlen.

Seinen Ursprung hat der Schwibbogen - wie sollte es anders sein - im Bergbau. Die Bergleute hingen zur Mettenschicht ihre Grubenlampen am halbrunden Stolleneingang auf, wodurch dieser im Lichterschein erstrahlte. Mettenschicht, so wurde die Weihnachtsandacht im Stollen nach der letzten Schicht des Jahres vor Heiligabend genannt. Ein Mann namens Johann Teller soll einen besonderen Kerzenleuchter aus Eisen hergestellt haben, den er für die Mettenschicht gestaltet hat und dessen Form dem Zugang zum Stollen nachempfunden gewesen sein soll. Dieser war Vorbild für die später angefertigten Schwibbögen.

Gefertigt waren die Schwibbogen ursprünglich aus Schmiedeeisen oder Schwarzblech. Erst in deutlich jüngerer Zeit wurde der Schwibbogen dann mehr und mehr aus Holz gefertigt und auch die Motive änderten sich. Neben bekannten Szenen aus der Bibel, wie etwa dem Sündenfall, traten immer öfters auch ganz alltägliche Motive, etwa aus der Welt der Bergmänner oder aber aus der zeitgenössischen Volkskunst hinzu.

Die kunstvollen erzgebirgischen Schwibbögen haben, ebenso wie die anderen weihnachtlichen Symbole, inzwischen Ihren Weg in die gesamte Welt gefunden und das Weihnachtsland Erzgebirge bekannt gemacht.

Horst Erdel

Ein Leib mit vielen Gliedern - Neue Pfarrerin

Quelle: OP vom 08.11.2017