- 754 Jahre Hatzbach

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Hatzbote - Ortsdiener Uwe Jüngst 041

Ortsdiener 041

Hatzbach: Meckes

Die Hatzbacher Bevölkerung hat im Herbst eine eklatante Veränderung des Outfits eines Ortsbeiratsmitgliedes, Spielausschussmitgliedes, ersten Trompeters im Posaunenchor und irgendwie Meckes für Alles im Dorf mit Verwunderung zur Kenntnis nehmen müssen.

Der über alle Kreisgrenzen hinaus für seine „Batschkappe“ oder auch „Schiebermütze“ bekannte ehemalige Vorzeigetänzer des Männer-Balletts hat ausgerechnet in der Drosselgasse in Rüdesheim eine neue Kopfbedeckung im Country-Style erworben, die ihn nun – zumindest in den Augen seiner Bekannten – als eine völlig neue Person erscheinen lässt.

Viele behaupten ja, er sähe jetzt aus wie eine Kreuzung zwischen Indiana-Jones und Hackel-Schorsch.

Für alle, die seinen alten Kopfbedeckungen nachtrauern, hat sich „Indy-Meckes“ bereit erklärt, seine alten getragenen Mützen im Farbeimer- und Bleistiftmuseum seines Vaters Konrad, quasi als Dauerexponate in einer Vitrine unter dem Motto: „Kopf-Kappe-Meckes“ oder „Wie aus einer Mütze ein Hut wurde“ auszustellen.

Gedichte - Erika Lerch 012

Landfrau ohne Beruf
von Erika Lerch

Unser Leben bewegt sich im Stall und im Haus,
so geht es tagtäglich, jahrein und jahraus;
uns wird nur selten ein Lob spendiert,
wir streiken auch nicht, wir sind nicht organisiert.

Wir füttern das Vieh, wir wenden das Heu,
wir quälen uns ab jeden Tag neu.
Wir richten das Essen und stopfen die Strümpfe,
bügeln die Wäsche und erfüllen noch Sonderwünsche.

Meist sind wir auf uns allein gestellt,
ob die Sonne scheint oder der Regen fällt.
Da hilft kein Jammern, wenn die Kühe ausgebrochen,
der Schlepper nicht anspringt, denn der Tank ist trocken.

Wenn ein Rind noch kalbt und keiner ist da,
es dann gemolken wird mit viel Trara,
es dir mit dem Schwanz um die Ohren schlägt, daß es so rauscht,
und der Melkeimer fliegt zu der Stalltüre raus...

Dann wäre ich am liebsten weit weg vom Schuß,
bei so etwas gibt es meistens Verdruß;
doch eins muß ich sagen, die Männer sind schlau,
schuld daran ist dann immer die Frau!
 Zum Geburtstag, da backen wir herrliche Torten,
nicht nur eine, nein, gleich mehrere Sorten,
Zeit für uns selbst haben wir fast nie,
Urlaub ist nur eine Utopie.

Wir haben zwar oft einen Sonnenbrand,
doch nicht von Teneriffa am Strand,
der wird uns vom Herrgott gratis beschert
als Zeichen, daß er den Bauernstand ehrt.

Wir nehmen das Wetter, wie der Herrgott es schickt,
und hat auch der Sturm die Halme geknickt;
nicht alles im Leben ist eitel Sonne,
wir bleiben für immer treu unsrer Scholle.

Wer in der Stadt hört schon morgens die Vöglein singen?
Sieht die Häschen hüpfen, die Rehlein springen?
Wir freuen uns über kleine Küken,
muntere Kälbchen und Schweinchen, die quieken.

Allen Freunden in Stadt und Land zum Gruß,
ich bin gern eine "Landfrau ohne Beruf!"

Einladung Bürgerverein 2017