- 754 Jahre Hatzbach

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Geschichte - Allgemein

Die fünf Tugenden

Bildhauer
Johann Friedrich Sommer
(1671-1737)



Gar unauffällig, linker Hand, am Ortseingang aus Richtung Wolferode kommend, in einer Gartenanlage stehen sie. Hatzbachs unbekannte Kunstschätze aus dem 18. Jahrhundert. Einen langen Weg haben sie hinter sich, jene fünf Tugenden, in Stein zum Ausdruck gebracht. Damian Hugo von Schönborn, ein Mann der Kirche, ließ die Figuren ursprünglich für den Marburger Barockgarten, welcher heute nur noch als der alte Botanische Garten bekannt ist, anfertigen. Hierzu heuerte er seinerzeit in den Jahren 1718 und 1719 den Bildhauer Johann Friedrich Sommer (1671-1737) an, welcher sich dieser Tage in der Blütezeit seiner bedeutenden Bildhauerkarriere befand.

Drei der Figuren sind die Darstellung theologischer Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe); ihre Auswahl scheint klar im Hinblick auf die kirchliche Neigung des Auftraggebers. Warum sich von Schönborn allerdings für die Darstellung der  beiden Kardinalstugenden „Gerechtigkeit“ und „Mäßigkeit“ entschied, bleibt wohl ein Rätsel für alle Tage.

Sommer schuf die Figuren, mit all ihren Attributen, entsprechend ihrer Darstellung z.B. Kinder oder Falke, aus je einem Block Lahnsandstein. Sämtliche Tugenden werden durch in wehende Gewänder gekleidete Frauen dargestellt.

Ursprünglich trug Sommer im Jahre 1721 zu deren Verschönerung weiße Farbe auf; zur besonderen Hervorhebung der Intention hob er mittels Goldverzierung die angesprochenen Attribute separat hervor. Sommers Söhne wiederholten diese Prozedur im Jahre 1754; schon nach 33 Jahren; dies erklärt von selbst, dass jene Farbe von der Witterung verzehrt wurde und die Tugenden dieser Zeit im ursprünglichen Sandstein erscheinen. Lediglich schillerndes Moos schmückt sie heute.

Erst über ein Jahrhundert später fanden die Figuren ihren Weg zu ihrem bis dato letzten Bestimmungsort. Nach einem Brand im Barockgarten, im Jahre 1754, veranlasste der Stadthalter Christian von Isenburg deren Versetzung auf die Marburger Fasanerieinsel. Bei Streit und Auseinandersetzung wurden sie dort jedoch beschädigt, so dass ihnen noch heute zum Teil die Hände fehlen.

Schließlich erst im Jahre 1867 gingen sie im Rahmen der Mitgift zur Hochzeit in den Besitz der Familie von Knoblauch zu Hatzbach über. Auf deren Grund befinden sie sich seit jenem Tage.



 

Urkunde


Hatzbach gehört heute politisch zum Landkreis Marburg. Es wird 1262 urkundlich erstmals erwähnt. Diese Urkunde ist lateinisch geschrieben und lautet in der deutschen Übersetzung:
Vor Amöneburg 1262, Mai 14
Hartmann von Bauerbach und seine Ehefrau schenken dem Kloster Haina eine Hälfte der Mühle in Hatzbach.
Ich, Hartmann von Bauerbach und Gertrud seine Ehefrau wollen, daß für alle Gegenwärtigen und Zukünftigen, die diese Urkunde einsehen, feststehe, daß wir mit gesamter Hand dem Zisterzienser Kloster St. Maria in Haina eine Hälfte der Mühle, die in dem Dorf, das Hatzbach genannt wird, gelegen ist und in jedem Jahr 4 Marburger Schillinge, 50 Eier, 1 Gans, und ein Huhn zur Fastnacht entrichtet, übertragen haben, um sie frei und zu rechten Eigentum zu besitzen, so jedoch, daß wir uns durch diese Urkunde verpflichten, dem Kloster aus unserem Eigentum Einkünfte im gleichen Werte anzuweisen, wenn dem Kloster aus irgendeinem Grunde an den vorgeschriebenen Einkünften etwas abgehen sollte. Damit aber diese unsere Schenkung, die durch uns geschehen ist von keinen unserer Erben später widerrufen werden kann, haben wir dem oft genannten Kloster die vorliegende Urkunde, bestätigt durch das Siegel der Stadt Amöneburg im Jahre des Herrn 1262 am Sonntag „Vocem iocunditatis". Zeugen dieser Sache sind: Gerhard der Pfarrer, Bertram der Rektor der Knaben in Amöneburg, Ritter Gumpert Imhof, Heinrich von Mölln, Heinrich Hencelen, Gerhard Münzer, Schöffen und viele andere, die es gesehen und gehört haben.

 

Festschrift 700 Jahre Hatzbach


 


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Hatzbach: Weihnachtsbaum

Nachdem im Jahr 2008 der IHK Innovationspreis für Spitzentechnologie für seine recycelte Weihnachtsbaumspitze an unseren Bleistiftsammler Konrad aus der Ohrgasse ging, hat sich in diesem Jahr sein Nachbar und Schwager Ferdinand schwer ins Zeug gelegt, um ihm den Innovationspreis für Spitzentechnologie abzujagen.

Doch nun zu den Fakten:

Probleme beim Aufstellen eines Weihnachtsbaumes sind ja jedermann bekannt, jedoch nichts gegen die Leidensgeschichte, die unser erfahrener Landwirt Färdnand und seine Frau Gretchen im Dezember durchlebt haben.

Zunächst war der im Herkules frühzeitig erstandene kleine Weihnachtbaum aufgrund der Rekordkälte am 4. Adventswochenende in der Scheune im Wassereimer festgefroren.

Mühselig vom Eis befreit, schaffte es unser Altgeselle nur mit äußerster Raffinesse den zu dicken Baumstamm im Ständer zu platzieren, mit dem Erfolg, dass der Baum – wie alle erreichbaren, herbeigerufenen Nachbarn und Verwandten bestätigten – dem schiefen Turm von Pisa Konkurrenz machte.

Im nächsten Schritt hieß es nun, diese Schieflage mit Brettern und Keilen auszugleichen.

Nachdem Diels Gretchen etliche Körbe mit Brettern und Keilen aus dem Holzstall geholt und Färdnand sie gekonnt als Unterbau verwendet hatte, schien dem Weihnachtsidyll nichts mehr im Wege zu stehen.

Denks´te! Denn unser Lieber Färdnand war bei seiner Ausgleichsmaßnahme so weit übers Ziel hinausgeschossen, dass es unmöglich war die Christbaumspitze zu befestigen, ohne ein Loch in die Decke zu klopfen.

Doch nun die innovative Spitzentechnologie:

Mit der Präzision eines Schweizer Uhrmachers platzierte unser Filigrantechniker Färdnand einen Strohstern mit Faden und Reiszwecke an der Decke über dem Christbaum, dass man denken konnte, der wahrhaftige Stern von Bethlehem sei in Diehls Wohnzimmer aufgegangen.

Die ganze Verwandtschaft zeigte sich an Weihnachten von dieser schwebenden Spitzenlösung angetan, nur Ehefrau Gretchen nicht, denn sie äußerte sich folgendermaßen:

„Für mich ist das nichts Besonderes, denn der Färdnand holt mir seit über 50 Jahren nicht nur einen, sondern täglich gleich mehrere Sterne vom Himmel!“