- 754 Jahre Hatzbach

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Gedichte - Allgemein

Gedichte - Erika Lerch 007

Die verlassene Milchbank

Milchbankromantik, die gibt es nicht mehr,
denn die Milchbänke sind leer.
Es gibt nicht mehr den gemütlichen Plausch,
Mund-zu-Mund-Propaganda von Haus zu Haus.
Früher hieß es: ach Mariechen, was kochst du denn heut?

Gretchen hat sich über eine Karte aus Mallorca gefreut,
Inge bringt die neuesten Rezepte mit,
Spiegeleiertorte ist der größte Hit.
Übers erste Zähnchen vom Enkelkind hat sich Lisbeth gefreut,
und die Johanna hat einen Freund.
Ober alles wurde ein bißchen getratscht,
es gab noch keinen Ortsdiener Karl.

An jeder Straßenecke früher eine Milchbank stand,
und eine hatte sogar ein Dach.
Da haben wir als Kinder gespielt,
Kinderspielplatz gab es noch nicht.
Abends war es eine Seniorenbank,
wo man auch manchmal einen Schoppen trank.
Weltpolitik wurde diskutiert,
so manche Ehe vorprogrammiert.

Was wollen wir auf dem Sängerfest singen?
Wird das Abendrot uns Regen bringen?
Jede Milchbank hatte ihre Geschichte,
noch mancher kann davon berichten.

Die Milchbankzeiten sind vorbei,
an den meisten fährt das Milchauto vorbei,
man ruft nicht mehr freundlich „Guten Morgen"
und teilt nicht mehr mit den anderen die Sorgen.

Doch ich bin ein bißchen altmodisch und dumm
und treibe noch gerne meine Kühe herum,
fahr' unsre Milch zur kleinen Sammelstelle,
halt' ein Schwätzchen mit Annemarie ganz auf die Schnelle.

Stiller wird es Im Dorf mit der Zeit,
und bald ist alles Vergangenheit.
Es gab immer gute und schlechte Zeiten,
doch die Rindviecher werden bleiben.

Erika Lerch

 

Gedichte - Erika Lerch 005

Es wird Herbst

Nun kommt der Herbst gezogen
und es wird langsam kalt.
Hinter dunkle Wolken
schiebt sich die Sonne bald.

Die Tage werden kürzer,
der Sommer sagt ade,
auf hohen Bergesspitzen
liegt schon der erste Schnee.

Mit wunderschönen Farben
malt uns der Herbst sein Bild.
Die Zeit der goldnen Garben
sie verweht der Wind.

Er schenkt rotbackige Äpfel
und Trauben, zuckersüß.
Es ist die Zeit der Ernte
grad wie im Paradies.

Der Sommer unsres Lebens
ist oft nur Müh und Plage,
jedoch der Herbst
schenkt uns noch schöne Tage.

Erika Lerch

 

Gedichte - Erika Lerch 006

Ein rabenschwarzer Tag

Stolz geht Krähe Konrad über frische Saat,
im Ge­wand der Krähe macht er heute Staat.
Er bestellte einst die Felder,
freute sich am Erntetag,
er hörte das Rauschen der Wälder
bis man ihn abgeschossen hat.

Warum soll man Krähen schießen?
Wo es doch zu viel Bauern gibt.
Die wer­den zum Abschuß freigege­ben,
denn sie sind unbe­liebt.
Zerstören nur die Um­welt
und vieles Andre mehr,
ach, es war schön auf Erden
gäbs keine Bauern mehr.

Doch guckt mal nach Äthi­opien
der Hunger der tut weh,
kommt erst unser Korn aus China
wird euch ein Licht aufgehn.
Dann guckt ihr hoch zum Himmel
kommt denn der Flieger nicht?
Denkt an die Rosi­nenbomber
und schämt euch, Gott hält Gericht.

Und jeder abgeschossene Bauer
im Kleid der Krähe geht,
wenn alle abgeschos­sen
das Land in Trauer geht.
Nur schwarzbefrackte Vögel
nicht Ludwig, Trin­chen, Paul -
und keiner hält die Zügel/ vom alten Acker­gaul.

Nur Disteln stehn am Weg­rand,
und keiner der sie mäht.
Die Felder sind über­wildert,
weil keiner drüber geht.
Man sagt nicht: „Gu­ten Morgen!"
Und: „Wie hat es dir geschmeckt?"
Schon morgens auf der Terrasse
macht es raab-raab-krächz-krächz.

Doch fliegen wir hoch am Himmel
seht ihr die Sonne nicht,
überall schwarzes Ge­wimmel
als käme das jüng­ste Gericht.
So mancher Mensch auf Erden
zum Überfluß auch noch sagt:
„Ach Gott, ach Gott, Alwine
heut ist ein rabenschwarzer Tag."

Erika Lerch

 

Gedichte - Erika Lerch 004

Der Butterweck

Von Erika Lerch

Der Butterberg wächst und der Milchsee steigt,
die Liefermenge das Kontingent übersteigt.
Da dacht' ich mir: Alternativ ist jetzt "in",
und ein Butterfäßchen kam mir in den Sinn.
Herr Thielemann aus Kirchhain hat eins gebracht
und uns damit eine Freude gemacht.

Dann haben wir gebuttert, es ging wie verrückt,
und es ist uns beim ersten Mal prima geglückt.
Wir hatten einen Butterweck 1½ Pfund,
er lag auf dem Teller dick und rund.
Wir haben uns über den Erfolg gefreut
und jedem, der kam, unser Prachtstück gezeigt.

Ein Butterweck ist ja ein feines Präsent,
ich hab' hin und wieder mal einen verschenkt.
Er wurde auch recht gerne genommen,
hat doch der Frühstückstisch an Ansehen gewonnen,
denn wo ein Butterweck den Frühstückstisch ziert,
wird die Butter ein bißchen dicker geschmiert.

Was soll's, wir haben unsere Freude daran
und die Überschußmilch bringen wir gut an den Mann.
Jetzt haben wir Buttermilch, Butter und Quark
und kein Liter Milch bei uns mehr verdarb.
Das Schweinchen, es freut sich auf Milch in Masse,
wir freu'n uns auf Kochkäse mit Kümmel - der ist einfach Klasse.

Nun habe ich diese Verschen gemacht
und mir nichts Böses dabei gedacht.
Ich will auch kein Geschäft damit machen,
wollte nur mal den Kindern eine Freude machen,
wollt' ihnen mal zeigen, wie es früher so war,
ohne Milchkontingent und ohne Trara.

Nun wird an die EG kein Strafgeld abgeführt,
denn wir Kleinen haben den Milchsee ja nicht produziert.

 


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Hatzbach: Messerverletzungen

Der Magistrat weist im Zusammenhang mit den historischen Aufführungen und Darstellungen im Rahmen der 750-Jahrfeier in Hatzbach auf die leichtsinnig und unvernünftig zugezogenen Schnittverletzungen durch hochdekorierte Ortbeiratsmitglieder hin, die in solcher Form nicht einfach hingenommen werden können, da bei weiterer anhaltender Unachtsamkeit im Umgang mit Messern und Schneidwerkzeugen jeglicher Art, die ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit des Ortbeirates aufgrund offenkundiger Selbstverstümmelung nicht mehr gewährleistet werden kann.

Binnen kurzer Zeit brachten sich 2 Ortsbeiratsmitglieder verheerende Schnittverletzungen zu.

Einerseits schaffte es unser jüngstes Ortsbeiratsmitglied – ein diplomierter Elektroingenieur – im letzten Akt der ersten Vorstellung des bewegten Theaters „Die Sage vom Jungfernborn“ durch unvorsichtiges Imponiergehabe vor seiner jungen Gespielin – der holden Luisa aus der Eichwaldstraße – sich mit einem gezielten Schnitt fast den Daumen abzutrennen und damit die weiteren Aufführungen zu gefährden, denn ein Ritter, der nicht mit einem Messer umgehen kann, ist es eigentlich nicht würdig einen Adeligen Vorfahren der Familie von Knoblauch zu verkörpern.

Dieser „Ritter von der traurigen Gestalt“ wird von nun an nur noch als „Ritter Wolfgang mit der getapten Hand“ in den Hatzbacher Geschichtsbüchern auftauchen.

Das zweite Ortsbeiratsmitglied – unser „Meckes für Alles“ – verbaute sich auf dem Hessentag in Wetzlar kurz vor dem Festzug die einmalige Chance der Teilnahme und musste feststellen, dass es nicht so einfach ist ein voll funktionstüchtiger Hatzjäger zu sein, und dass das Essen mit den scharfen Hatzjäger-Messern erst gelernt werden muss.

Unser Jung-Hatzjäger – oder soll man lieber sagen Meckie-Messer – fügte sich beim Verzehr der herzhaften Hatzjägerkost eine derartige Schnittverletzung im Mundinnenbereich zu, dass einige Hatzjäger Angst hatten, dass beim nächsten Posaunenchorauftritt die Backe des Trompeters platzen und die Luft dann mit einem Pfeifgeräusch unkontrolliert aus dem Wangenbereich austreten  und er neben der Trompete mit seiner Backe auch noch Panflöte spielen kann.

Nach meinen Informationen wurde die große Wunde im Klinikum in Wetzlar in der Eile so grob zusammengenäht, dass auf dieser Seite im Mundbereich eine solche Narbe entstanden ist, die unser stellvertretender Ortsvorsteher quasi als dritte Kauleiste nutzen kann, mit dem Vorteil, noch größere Schnitzel, noch schneller zu verzehren.

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Hatzbach: Hundeliebhaber

Mit Besorgnis weist das hessische Familienministerium auf die zunehmende Verwahrlosung von in der Öffentlichkeit stehenden Ehepartnern hin.

Auch in Hatzbach wurde diesbezüglich ein schwerer Fall aktenkundig. Wie aus gut unterrichten Kreisen des Familienministeriums bekannt wurde, ermittelt das Ministerium bereits gegen den Hatzbacher Ortsvorsteher, da er seine verhätschelten neuen Jagdhunde, ob sie nun Aaron oder Darko heißen, besser behandelt als seine Frau.

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Auch ist er bei medienwirksamen Auftritten – ob nun in der Presse oder im Fernsehen – in letzter Zeit nur noch mit seinen Elite-Jagdhunden zu sehen, was die Frauenbeauftragte der Landesregierung auf den Plan brachte, die verlauten ließ, dass auch für jagdbesessene Ortsvorsteher gilt: „Mittelpunkte einer Familie muss nicht der Hund sondern die Frau sein!“

Als Vollzugsbeauftragter des Hessischen Familienministeriums legt der Hatzbote hiermit fest, dass der Hatzbacher Ortsvorsteher seine „First Lady“ in nächster Zeit mehr zu verwöhnen hat, entsprechende Restaurant-Quittungen sind dem Hatzboten als Beweismittel vorzulegen.