- 754 Jahre Hatzbach

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Gedichte - Erika Lerch 003

Das alte Bauernhaus

Der Sturm er rüttelt an den Balken
von unserem alten Bauernhaus.
Wie lange wird es wohl noch halten?
Es sieht arg mitgenommen aus.

Löcher schlug der Sturm ins Dach,
am Giebel kaum noch Schindel,
windschief hängt das Vordach herab,
nur der Balkenmann trägt noch sein Bündel.

Wo einst lustiges Lachen erklang,
ist heute alles still.
Kinderfüßchen trippelten den Hof entlang,
den heute keiner mehr haben will.

Im Kuhstall keine Kette mehr klirrt,
kein Stampfen von Pferdehufen,
nur eine Katze hat sich verirrt,
niemand antwortet auf mein Rufen.

Nichts ist geblieben von unsrer Welt
wo wir als Kinder gern spielten.
Stück für Stück alles verfällt,
die Zeit ist nicht stehengeblieben.

Die Felder wurden stillgelegt,
die manche Generation ernährten,
durch leere Gebäude der Wind jetzt fegt,
die Mensch und Vieh Obdach gewährten.

Wenn ich das alte Bauernhaus seh',
dann ist mein Herz voller Kummer.
Vielleicht wird man mich versteh'n:
Es war das Elternhaus meiner Mutter.

Erika Lerch alias Anna Hofer