- 754 Jahre Hatzbach

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Start Dorfentwicklung Dorferneuerung 2010-01-11

Dorferneuerung 2010-01-11

Bericht aus der Oberhessischen Presse vom 13.01.2010

 

Impressionen

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Hatzbote - Ortsdiener Uwe Jüngst 030

Ortsdiener 030

Hatzbach: Flensburg

In diesem Jahr ist es endlich wieder einmal an der Zeit, unseren weit bekannten, mit Orden überhäuften, Sängerbundehrenvorsitzenden, Ehrenfeuerwehrmann, Ehrenschiedsrichter, Ehrenkreuzträger, Ehrenhausmetzger - um nur einige Ehrungen zu nennen - von hier aus zu würdigen, hat er sich doch im letzten Jahr - trotz seines hohen Alters jenseits der 90 - in verschiedenster Weise um den Ort Hatzbach verdient gemacht.

Drei herausragende Ereignisse möchte ich nun nennen!

Auf dem Kreisfeuerwehrfest im Mai in Lohra schaffte er es, als er als ältester Teilnehmer mit seinem Akkordeon auf der Bühne auftrat, dass sich die Veteranen der Alters- und Ehrenabteilungen in ihre Vorkriegs-Jugendzeit zurückversetzt fühlten, indem er das ganze Zelt dazu brachte stramm zu stehen und unter seiner musikalischen Leitung "100 Mann und ein Befehl" zu singen.

Während der sportlichen Aktivitäten im Rahmenprogramm des Hessentages auf dem Sportgelände des SSV Hatzbach kümmerte er sich quasi als Referent für Öffentlichkeitsarbeit rührend um die anwesende "Golden Goal" Fußballweltmeisterin Nia Künzer, die nur 14 Tage später täglich als ZDF Fußballexpertin bei der WM in Südafrika zu sehen war.

Beim gemeinsamen Bratwurstessen führte er einen kleinen Wissenstest in Heimatkunde mit diesem Weltstar durch, indem er sie fragte, ob sie denn überhaupt wüsste, wo Dillenburg liegt, denn die 80 km dorthin sei er als junger Schiedsrichter schon mit dem Fahrrad gefahren!

Sein unermüdlicher Einsatz für unser Dorf Hatzbach an allen Fronten gipfelte dann allerdings bei einer Begebenheit in Stadtallendorf.

Unser Ordensträger war mit seinem grünen MO-55 in rasanter Schrittgeschwindigkeit in unserer Kernstadt unterwegs, als er ausgerechnet einem Streifenwagen der Polizei die Vorfahrt nahm. Bei der anschließenden Fahrzeugkontrolle staunten die Polizeibeamten nicht schlecht, wie unser Ehrenmann auf die - von ihm zu erwartenden - 3 Punkte in Flensburg reagierte.

Laut Polizeiprotokoll äußerte sich der Fahrer des grünen MO-55 nämlich wie folgt:

"Was, 3 Punkte für Flensburg? Was will den Flensburg mit den 3 Punkten? Gebt die 3 Punkte lieber dem SSV Hatzbach. Die benötigen die Punkte mehr, denn die wollen aufsteigen!"

Gedichte - Erika Lerch 004

Der Butterweck

Von Erika Lerch

Der Butterberg wächst und der Milchsee steigt,
die Liefermenge das Kontingent übersteigt.
Da dacht' ich mir: Alternativ ist jetzt "in",
und ein Butterfäßchen kam mir in den Sinn.
Herr Thielemann aus Kirchhain hat eins gebracht
und uns damit eine Freude gemacht.

Dann haben wir gebuttert, es ging wie verrückt,
und es ist uns beim ersten Mal prima geglückt.
Wir hatten einen Butterweck 1½ Pfund,
er lag auf dem Teller dick und rund.
Wir haben uns über den Erfolg gefreut
und jedem, der kam, unser Prachtstück gezeigt.

Ein Butterweck ist ja ein feines Präsent,
ich hab' hin und wieder mal einen verschenkt.
Er wurde auch recht gerne genommen,
hat doch der Frühstückstisch an Ansehen gewonnen,
denn wo ein Butterweck den Frühstückstisch ziert,
wird die Butter ein bißchen dicker geschmiert.

Was soll's, wir haben unsere Freude daran
und die Überschußmilch bringen wir gut an den Mann.
Jetzt haben wir Buttermilch, Butter und Quark
und kein Liter Milch bei uns mehr verdarb.
Das Schweinchen, es freut sich auf Milch in Masse,
wir freu'n uns auf Kochkäse mit Kümmel - der ist einfach Klasse.

Nun habe ich diese Verschen gemacht
und mir nichts Böses dabei gedacht.
Ich will auch kein Geschäft damit machen,
wollte nur mal den Kindern eine Freude machen,
wollt' ihnen mal zeigen, wie es früher so war,
ohne Milchkontingent und ohne Trara.

Nun wird an die EG kein Strafgeld abgeführt,
denn wir Kleinen haben den Milchsee ja nicht produziert.

Hatzbote - Ortsdiener Uwe Jüngst 050

Ortsdiener 050

Hatzbach: Kühltheke

Die Bewohner der Ohrgasse versuchen mittlerweile der Ostprovinz Backhausmerchel den Rang abzulaufen und geben nicht auf in dem Bestreben vom Hatzboten in Form einer Meldung gewürdigt zu werden.

Besonders unser Konrad, seines Zeichens bereits seit Jahren als Betreiber des legendären Farbeimer-, Zollstock- und Bleistiftmuseums in den Schlagzeilen, gibt sich immer wieder Mühe benannt zu werden.

Zwar ist sein Ansinnen, den von seiner Schwiegertochter teuer erstandenen Deko-Stuhl aus Edelrost, der den Vorgarten seines Sohnes schmückte, mit einer frischen Lackschicht zu versehen, nur eine Randnotiz wert, doch die Arbeit, die er unserem Dippel-Ing. am Vorabend  des stehenden Festzugs bereitete, muss doch noch einmal gesondert erwähnt werden.

Dieser plagte sich nämlich stundenlang ab, um den technischen Fehler – an der für das „Cafe-Meckes“ so dringend benötigten Kuchen-Kühltheke – zu diagnostizieren, um letzten Endes festzustellen, dass unser Energiespar-Konrad zwischendurch ganz einfach nur den Stecker gezogen hatte.

Die ganze Ohrgasse fragt sich, ob unser geschätzter und beliebter Altgeselle auf seine alten Tage noch zum „Öko-Konrad“ wird.

Als Anerkennung für seine ganz einfachen Stromsparmaßnahmen – denn wo kein Stecker in der Dose, da ist auch kein Verbrauch – bekommt er auf der nächsten „Memo Bauen und Wohnen“ als erster Preisträger, den – von der neuen schwarz-grünen Landesregierung gestifteten – „Blauen Umwelt-Konrad“ verliehen.