- 754 Jahre Hatzbach

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Gedichte - Erika Lerch 002

Bauernlos!

Wir sind eine aussterbende Rasse
wir Bauern vom alten Schlag,
bei uns klingelt nicht mehr die Kasse
weil unsre Produkte bald niemand mehr mag.

Gesetze in Brüssel beschlossen
brechen uns bald das Genick,
am grünen Tisch mit Sekt begossen
bestimmt man unser Geschick.

Die Bauern die muß man bezwingen
ist der Bürokraten höchstes Gebot,
wie kann man sie nur dazu bringen
nicht mehr zu sorgen für das tägliche Brot.

Wo sind die Zeiten geblieben
als man den Bauernstand noch geehrt?
Wo sind die Jahre geblieben
als die Freundschaft mit einem Bauern noch was wert?

Heut nennt man uns Umweltverschmutzer,
bewirft unsern Berufsstand mit Dreck,
denkt mal an die Welt voller Hunger
vielleicht seid ihr dann nicht so keck.

Wir werden von oben herab belächelt,
leben nicht wie die Made im Speck,
auch ich hab für manchen nur ein Lächeln
steh ich auch mit den Stiefeln im Dreck.

Es gibt heut schon Bauerschinken
und Bauernbratwurst vom Grill
schlechte Zeiten uns winken,
weil man das in Brüssel so will.

Die Bauern zerlegt, scheibchenweise,
welch ein übler Scherz,
nicht grad auf die feine Weise
serviert man auch bald des Bauern Herz.

Erika Lerch das "Ännchen vom Hatzbachtal" 1991

 

Impressionen

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Konfirmanden 1934

1 10 Elisabeth Lauer (Wol) 19
2 Martha-Elis. Bender (Jos) 11 Anni Heckerot (Jos) 20 August Jasky (Wol)
3 Bettchen Sagel (Wol) 12 Anna Sengelaub (Wol) 21 Ernst Morneweg (Hat)
4 Anna Drescher (Hat) 13 Elis. Schildwächter (Wol) 22 Johannes Schmidt (Hat)
5 Maria Göttig (Wol) 14 Frieda Trümmner (Wol) 23 Paul Becker (Wol)
6 15 24 Willi Heckerot (Jos)
7 Katharina Losekam (Hat) 16 25 Adam Sengelaub (Wol)
8 17 Konrad Dewald (Hat) 26 Georg Henkel (Hat)
9 Margarethe Nass (Hat) 18 Pfarrer Wahnbeck (Jos) 27

Bild von Elfriede Weber, Namen von Elisabeth Schwiezke. Korrekturen bzw. Ergänzungen bitte an info@hatzbach.de

Die fünf Tugenden

Bildhauer
Johann Friedrich Sommer
(1671-1737)



Gar unauffällig, linker Hand, am Ortseingang aus Richtung Wolferode kommend, in einer Gartenanlage stehen sie. Hatzbachs unbekannte Kunstschätze aus dem 18. Jahrhundert. Einen langen Weg haben sie hinter sich, jene fünf Tugenden, in Stein zum Ausdruck gebracht. Damian Hugo von Schönborn, ein Mann der Kirche, ließ die Figuren ursprünglich für den Marburger Barockgarten, welcher heute nur noch als der alte Botanische Garten bekannt ist, anfertigen. Hierzu heuerte er seinerzeit in den Jahren 1718 und 1719 den Bildhauer Johann Friedrich Sommer (1671-1737) an, welcher sich dieser Tage in der Blütezeit seiner bedeutenden Bildhauerkarriere befand.

Drei der Figuren sind die Darstellung theologischer Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe); ihre Auswahl scheint klar im Hinblick auf die kirchliche Neigung des Auftraggebers. Warum sich von Schönborn allerdings für die Darstellung der  beiden Kardinalstugenden „Gerechtigkeit“ und „Mäßigkeit“ entschied, bleibt wohl ein Rätsel für alle Tage.

Sommer schuf die Figuren, mit all ihren Attributen, entsprechend ihrer Darstellung z.B. Kinder oder Falke, aus je einem Block Lahnsandstein. Sämtliche Tugenden werden durch in wehende Gewänder gekleidete Frauen dargestellt.

Ursprünglich trug Sommer im Jahre 1721 zu deren Verschönerung weiße Farbe auf; zur besonderen Hervorhebung der Intention hob er mittels Goldverzierung die angesprochenen Attribute separat hervor. Sommers Söhne wiederholten diese Prozedur im Jahre 1754; schon nach 33 Jahren; dies erklärt von selbst, dass jene Farbe von der Witterung verzehrt wurde und die Tugenden dieser Zeit im ursprünglichen Sandstein erscheinen. Lediglich schillerndes Moos schmückt sie heute.

Erst über ein Jahrhundert später fanden die Figuren ihren Weg zu ihrem bis dato letzten Bestimmungsort. Nach einem Brand im Barockgarten, im Jahre 1754, veranlasste der Stadthalter Christian von Isenburg deren Versetzung auf die Marburger Fasanerieinsel. Bei Streit und Auseinandersetzung wurden sie dort jedoch beschädigt, so dass ihnen noch heute zum Teil die Hände fehlen.

Schließlich erst im Jahre 1867 gingen sie im Rahmen der Mitgift zur Hochzeit in den Besitz der Familie von Knoblauch zu Hatzbach über. Auf deren Grund befinden sie sich seit jenem Tage.



Konfirmanden 1973

1 Heinz-Jürgen Scheerer
6 Kornelia Rauch
11 Edith Morneweg
2 Hans-Werner Diehl
7 Annelie Müller
12 Renate Löchel
3 Gerhard Diehl
8 Heidrun Kirsch
13 Monika Schmidt
4 Reinhard Morneweg
9 Paul-Heinz Schmidt
14 Pfarrer Werner Schiller
5 Hartmut Müller
10 Marianne Pausch
 

Bild von Marianne Dewald, Namen von Gerlinde Kehr